Club-News vom 24.06.2009

Funkpark und Rechenzentrum von Abriss bedroht

Hauptstadtoase auf historischem Gelände soll Lagerstätte für reparaturbedürftige Schiff weichen

Die Reederei Riedel plant das historisch bedeutsame Gelände des ehemaligen DDR-Rundfunks in der Nalepastraße zu kaufen, um an dem als Erholungs- und Veranstaltungsstätte genutzen Ort reparaturbedürftige Schiffe zu lagern. Damit würde ein beliebter Treffpunkt besonders für Familien und Musikbegeisterte zerstört. Der Funkpark-Strand und der Club Rechenzentrum sollen geschlossen und komplett abgerissen werden. Schon wieder soll ein Stück Spree an einen Investor gehen, der für die Stadt ach so wichtig ist. Und schon wieder soll ein Ort der Subkultur, die den Charakter der Stadt maßgeblich prägt und wöchentlich viele Tausend Touristen nach Berlin lockt, verloren gehen.

So wäre es vorbei mit der entspannten Urlaubsatmosphäre, dem bunten Zusammenkommen von Jung und Alt, dem durch seine Akustik einzigartigen Musikerleben im Rechenzentrum und dem Tanzen im Sand am grünen Ufer der Spree. Stattdessen könnte zukünftig der naturbegeisterte Besucher hier stinkende Dieselmotoren, Krach von Maschinen und den Anblick rostiger Stahlkolosse erleben. Wenn er das Grundstück überhaupt noch betreten darf.

Die Lage des Funkparks ist an dieser Stelle für Berlin einzigartig und ist bei den Bürgern und Gästen der Stadt etabliert. Es wurde eine Verlängerung des Mietvertrages zugesagt, die durch den Verkauf unerwartet hinfällig würde. Einen zweiten Ort dieser Art gibt es in Berlin nicht. Außerdem wurde hier investiert und vieles geschaffen, was auf die Begebenheiten zugeschnitten und an die Örtlichkeit gebunden ist, und so nicht ab- und woanders wieder aufgebaut werden könnte. Eine Verdrängung dieses Kulturstandortes wäre für Berlin und sein Image als junge, attraktive und innovative Stadt ein großer Verlust und für uns und für die Öffentlichkeit nicht verständlich.

Die Planung der ‚Media Spree’ vertrieb und vertreibt bereits zahlreiche Clubs und kulturelle Institutionen, die einen zentralen Teil zur Popularität Berlins im In- und Ausland ausmachen, aus der Innenstadt. In der Nalepastraße am Stadtrand wächst seit letztem Jahr ein neues Zentrum für diese Art der Kultur heran - eine weitläufige Gegend mit ausreichend Platz und keinen unmittelbaren Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten. In der Gegend haben sich bereits auch andere Freizeit-, Sport und Kulturstätten angesiedelt (wie z.B. Platzhirsch) oder sind in Planung, die die Attraktivität dieser Hauptstadtoase erkannt haben und von der neuen Popularität profitieren. Der Bau und der Betrieb einer Schiffswerkstatt und -lagerstätte an dieser Stelle würde eine Weiterentwicklung stoppen.

Wir als Betreiber wünschen uns den Erhalt des Funkparks und des Rechenzentrums. Wir fordern das Finden eines alternativen Standortes für die Reederei Riedel und die Unterstützung dafür von Seiten des Senats.

Es finden momentan folgende Prostestaktionen statt:

Aufruf über Newsletter, Internetforen und Flyer eine Mail mit Meinung zum Abriss des Funkparks und Rechenzentrums an lutz.freise@reederei-riedel.de und cc an info@funkpark-berlin.de zu schicken. Diese Mails werden außerdem gesammelt an den Senat geschickt.

Teilnahme an dem Projekt MegaSpree:
MegaSpree. Die Zeit ist reif. Berlin frisst ihre Kinder.
Demonstration am 11. Juli 2009 www.megaspree.de

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Quelle:
http://www.funkpark-berlin.de/[..]
Tags:
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